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Pferde beschäftigen mit Spielzeug - sinnvolle Abwechslung oder unnötiger Quatsch?

Veröffentlicht am 28. Februar 2021 um 06:26

Ja, mittlerweile hat sich auch im Bereich Beschäftigung für Pferde einiges getan. Das Sortiment wird größer, die Nachfrage an Möglichkeiten gegen Langeweile steigt. Vielleicht hast du ja auch schon mal einen Pferdespielball in der Hand gehabt, aber dann doch wieder zurückgelegt? Dich gefragt, ob deinem Pferd das vielleicht Spaß machen könnte? In diesem Artikel hab ich einen kleinen Überblick über die verschiedenen Spielzeuge und Beschäftigungen geschaffen. Alle Vor-und Nachteile, Tipps und Tricks erfährst du hier. Viel Spaß beim Lesen und Spielen!

Für die Schleckermäulchen - Lecksteine und Leckschalen

Der klassische Salzleckstein ist ja so ziemlich in jedem Stall zu finden. Viele Pferdebesitzer greifen zusätzlich auch zum Mineralleckstein oder sogar einer ganzen Leckstein-Bar. Mit Hilfe dieser Auswahl an verschiedenen Minerallecksteinen sollen die Pferde sich bei Bedarf mit den richtigen Mineralien selbst versorgen können. Das macht auch durchaus Sinn, da unsere Böden mittlerweile arm an natürlichen Mineralien sind und unsere Pferde über das Raufutter deshalb nicht genug Mineralien aufnehmen können.

Jedoch steigt auch die Beliebtheit an süßen Lecksteinen, die den Pferden aber leider wenig positive Effekte bringen. Die sogenannten Lollys bestehen aus Zucker und Fruchtaromen und beinhalten meistens absolut keine natürlichen oder gesundheitsfördernden Zutaten. Natürlich sind sie für ein gesundes Pferd, das ab und zu daran nascht, nicht schädlich, aber auch nicht gesund - Süßigkeiten eben. Anders sieht es bei übergewichtigen oder stoffwechselerkrankten Pferden aus. Hier kann der Zucker schon deutlich problematischer werden.

Diese Lecksteine eignen sich außerdem nicht zur dauerhaften Anbringung im Stall. Die Pferde sind aufgrund des guten Geschmacks dazu geneigt, die ganze Zuckerbombe am Stück zu schlecken oder sogar zu zerbeißen (sie sind meist viel weicher als normale Lecksteine). Verwendbar sind sie für das kurzzeitige Schlecken, zB als Ablenkung bei Spritzen oder Hufbearbeitung oder um eine Situation besonders positiv zu bestärken. Allerdings sind gesündere Alternativen immer zu bevorzugen.


Für die Knabberer - Heubälle und Leckerliebälle

Mittlerweile haben es die Leckerliebälle vom Hunderegal auch ins Pferderegal geschafft, nur halt in groß :D Sie können eine lustige, aber kurzzeitige Beschäftigung für Pferde sein. Denn irgendwann sind sie leer und dann sollten sie am besten weggeräumt werden, um potenzielle Verletzungen zu vermeiden.

Anders verhält es sich mit Bällen, die mit Heu befüllt werden können. Sie können aufgehängt werden und sind auch zur dauerhaften Anbringung im Stall geeignet. Der Ball ist ähnlich zum Heunetz, ist also ein sogenannter Slow-Feeder. Kann der Heuball frei hängen, ist es besonders schwer, das Heu aus den Löchern zu zupfen. Somit sind Pferde noch länger damit beschäftigt. Nachteil am Heuball: Je weniger der Ball gefüllt ist, umso schwieriger wird es, das Heu heraus zu bekommen. Pferde, die anderweitig genug Heu zur Verfügung haben, werden da möglicherweise schnell aufgeben.

Es gibt auch noch eine andere Variante an Heubällen im Handel. Sie bestehen aus in Form gepresstem Heu oder gepressten Kräutern, an einem Seil aufgehängt. Leider ist es auch hier der Fall, dass das Raufutter meist mit Zucker zusammengeklebt wird. Deshalb ist es immer wichtig, sich bei essbaren Spielzeugen genau die Inhaltsstoffe anzuschauen. Dazu ein kleiner Tipp: Andere Namen für Zucker sind zB Glukose, Fruktose, Saccharose, Sirup, Melasse uvm.


Für die Spielkinder - Pferdespielzeuge und Spielbälle

Besonders Jungpferde und Wallache sind verspielt und beschäftigen sich sehr gerne auch mit Gegenständen. Diverse Bälle und Stofftiere zum Aufhängen versprechen vor allem für oral fixierte Pferde eine willkommene Abwechslung. Leider tritt dabei meist folgender Effekt ein: Je länger ein Spielzeug an der gleichen Stelle hängt, umso uninteressanter wird es. Darum sind solche Spielzeuge oft nur ein paar Tage interessant, werden dann vom Pferd nicht mehr angeschaut und man hat sein Geld für die meist teuren Artikel umsonst ausgegeben.
Aber da gibt es ja noch Spielzeug, dass sich bewegen, also genauer gesagt rollen kann. Viele Pferde lieben es, mit einem großen Gymnastikball zu toben. Empfehlenswert ist das jedoch eher nicht, da es immer auch zu Unfällen wie zB Überschlägen kommen kann. Viel schöner ist es, aus den verschiedenen Spielzeugen eine gemeinsame Spieleinheit zu gestalten. Du kannst deinem Pferd beibringen, einen Ball mit der Nase vorwärts zu schubsen oder mit dem Bein zu kicken, ein Stofftier zu apportieren, Gegenstände in einen Eimer aufzuräumen usw. Für diese Spielereien eignet sich das Clickertraining optimal. Du verbringst Zeit gemeinsam mit deinem Pferd und vermeidest unnötige Verletzungen oder Desinteresse am Spielzeug.


DIY

Spielzeug kann auch ganz leicht selbst gebastelt werden, ganz ohne viel Geld auszugeben. Wenn du eine leere Chipsdose zu Hause hast, kannst du diese mit Löchern versehen und mit Futter füllen. Dein Pferd muss dann versuchen, durch Rollen und Schubsen der Dose das Futter aus den Öffnungen zu befördern. Und sollte die Dose kaputt werden, kann sie auch schnell und kostengünstig wieder ersetzt werden ;)
Eine weitere lustige Spielerei ist ein sogenannter Greifball für Kleinkinder, den es schon für ein paar wenige Euros zu kaufen gibt. Dieser kann mit Karotten bestückt werden und bietet dann, wenn er frei beweglich aufgehängt wird, eine knifflige Beschäftigung.

Fazit

Pferdespielzeug kann eine lustige Ergänzung für den Alltag sein, steht aber in keinem Verhältnis zu natürlichen Beschäftigungsmöglichkeiten wie Bewegung, Raufutter, Kratzmöglichkeiten, Wälzplatz, Knabberhölzer, Artgenossen usw. Mit Futter befüllbare Spielzeuge werden von den Pferden meist sehr gut angenommen und bleiben auch länger interessant als anderes Spielzeug. Am wichtigsten muss uns immer der Gesundheitsaspekt sein. Daher sollten ungesunde Inhaltsstoffe (Zucker) immer vermieden werden und die Sicherheit während des Spielens mit Gegenständen oberste Priorität haben. Wie oben beschrieben, eignen sich die meisten Spielzeuge nicht wirklich dafür, dauerhaft für das unbeaufsichtigte Pferd im Einsatz zu sein. Am sinnvollsten ist es daher, seine Zeit gemeinsam mit dem Pferd abwechslungsreich zu gestalten. In dieser Zeit können gerne auch Spielzeuge ihre Verwendung finden und dem Pferd schöne Momente schenken. Natürlich ist es immer sehr individuell welches Spielzeug dein Pferd dann wirklich mag. Da hilft dann nur ausprobieren. Viel Spaß!


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