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Der Einstieg ins Clickertraining

Veröffentlicht am 31. Mai 2021 um 00:27

Während die meisten Hundemenschen zumindest schon mal davon gehört haben, ist es bei Pferdebesitzern sehr oft noch unbekannt oder mit Vorurteilen belegt. Und das, obwohl das Clickertraining so eine tolle Möglichkeit bietet mit unseren Tieren zu kommunizieren und ihnen zu helfen, besser zu verstehen, was wir von ihnen möchten. Wenn du ein Tierbesitzer bist, der gerne positiv und beziehungsfördernd mit seinem Tier trainieren möchte, dann ist das Clickertraining das Richtige für dich. Wolltest du es vielleicht schon mal ausprobieren, wusstest aber nicht wirklich wie? In meinem Artikel zeige ich dir die ersten Einstiegsübungen mit deinem Hund oder Pferd und schreibe darüber, was man unbedingt über das Clickern wissen sollte. Viel Spaß beim Einstieg ins Clickertraining!

Clickertraining - Was ist das und warum braucht man das?

Ein kleines Gerät, dass ein "Click" von sich geben kann. Ein kleines Hilfsmittel, das im Training viel bewirken kann, wenn es richtig angewendet wird. Mit dem Clicker markieren wir den richtigen Moment. Nämlich jenen Moment, in dem das Tier genau das Verhalten zeigt, das wir uns gerade wünschen. Außerdem kündigt der Clicker die Belohnung an, die immer unmittelbar nach dem Click folgt. Im Clickertraining arbeitet man also nach dem Grundsatz der positiven Verstärkung: Verhalten, dass sich lohnt, wird auch erneut gezeigt. Mit dem Clicker als Hilfsmittel sind wir im Training viel genauer mit unserer Bestärkung. Denn wir können punktgenau das gewünschte Verhalten clicken und haben dann Zeit, um die Belohnung rauszuholen und zu füttern. Dafür müssen wir als Trainer selbst sehr genau sein und ein gutes Timing haben. Ich empfehle das Clickern am Anfang ohne Tier zu üben. Dafür schaust du dir zB. einfach ein Fußballspiel an und clickst immer dann, wenn einer der Spieler Ballkontakt hat. Mit dieser Übung schulst du deine Fingerfertigkeit, dein Timing und Auge. 

Merksätze zum Clickertraining

  1. Der Clicker ist keine Belohnung.
    Er ist ein sogenannter Marker. Das heißt, er markiert lediglich den Moment, in dem das Tier das gewünschte Verhalten zeigt. Die eigentliche Belohnung erfolgt dann immer nach dem Click zB. in Form von Futter. Leider gibt es landläufig immer noch die Theorie, dass der Click irgendwann zur Belohnung wird und das Futter dann nicht mehr benötigt wird. Dies ist jedoch absolut falsch, frustrierend für das Tier und kann auf Dauer auch nicht funktionieren.
  2. Nach dem Click gibt es immer eine Belohnung.
    Das Tier muss sich sicher sein können, dass der Click seine Belohnung ankündigt, ansonsten kann Frust folgen und die Motivation sinken. Es gibt bestimmte Bereiche im Tiertraining, in denen mit sogenannten „Leerclicks“ gearbeitet wird, also nach dem Click nicht immer eine Belohnung erfolgt. Sowohl für das Hunde- als auch Pferdetraining empfehle ich aber unbedingt nach dem Motto „Click = Versprechen auf Futter“ zu arbeiten.
  3. Nutze die Toolbox des Clickertrainings.
    Um den Clicker einsetzen zu können, muss zuerst das für uns richtige Verhalten vom Tier gezeigt werden. Dies kann zB. mittels Free-Shapen passieren, wo das Tier ohne unsere Hilfe verschiedene Sachen ausprobieren darf und wir dann im Gegenzug die richtigen Ansätze clicken und belohnen. Das Shapen wird mittlerweile sehr häufig verwendet und das oft ohne das Wissen, dass Shaping nur eines von sehr vielen „Werkzeugen“ ist, die man im Clickertraining anwenden kann. Außerdem gibt es noch: Targettraining, Locken, Mimicry, Einfangen und Modeling. Hinter jedem dieser Begriffe steckt ein tolles Trainingssystem, das unserem Tier helfen kann, besser und schneller zu verstehen, was wir von ihm wollen.  Es ist also empfehlenswert, sich sehr gut mit diesen einzelnen  Trainingssystemen zu beschäftigen, damit beim Training dann auch das richtige Werkzeug aus der imaginären Werkzeugkiste gewählt werden kann.

Einstiegsübungen für Hunde

  1. Konditionierung auf den Clicker:
    Das Erste, das dein Hund lernt, ist die Bedeutung des Click-Geräusches. Durch klassische Konditionierung wird dem zuerst neutralen Geräusch eine Bedeutung zugemessen. In diesem Fall lernt der Hund ganz einfach „Click=Futter“. Wenn dein Hund in deiner Nähe ist (er muss weder sitzen, noch liegen, noch eine andere „Leistung“ bringen) clickst du und gibst ihm so schnell wie möglich seine Belohnung. Je weniger Zeit zwischen Click und Futter vergeht, umso besser.  Wiederhole das ca. 7 Mal. Wichtig: Diese Übung musst du nur ein einziges Mal machen, nämlich dann, wenn dein Hund den Clicker noch nicht kennt. Danach brauchst du sie nie mehr.
  2. Bekannte Übungen:
    Verwende den Clicker für Übungen, die dein Hund schon kennt. So kannst du erstmal stressfrei üben und dein Hund versteht immer mehr das Prinzip des Clickerns. Da dein Hund ja schon weiß, was du von ihm möchtest, könnt ihr dann beide nicht viel falsch machen. Trainiere zB. das „Sitz“, in dem du immer dann clickst, wenn der Hundepopo den Boden berührt. Wenn du dich sicher genug fühlst, kannst du mit unbekannten Aufgaben starten.

Einstiegsübungen für Pferde

  1. Konditionierung auf den Clicker:
    Das Erste, das dein Pferd lernt, ist die Bedeutung des Click-Geräusches. Durch klassische Konditionierung wird dem zuerst neutralen Geräusch eine Bedeutung zugemessen. In diesem Fall lernt das Pferd ganz einfach „Click=Futter“. Wenn dein Pferd in deiner Nähe ist (es muss noch keine „Leistung“ bringen) clickst du und gibst ihm so schnell wie möglich seine Belohnung. Je weniger Zeit zwischen Click und Futter, umso besser.  Wiederhole das ca. 7 Mal.
    Wichtig: Diese Übung musst du nur ein einziges Mal machen, nämlich dann, wenn dein Pferd den Clicker noch nicht kennt. Danach brauchst du sie nie mehr.
  2. Höflich bleiben trotz Futter:
    Im Clickertraining mit Pferden nimmt das Höflichkeitstraining einen besonders großen Stellenwert ein. Für Pferde ist es besonders schwierig, in Anwesenheit von Futter ohne forderndes Verhalten mitzuarbeiten. Deshalb ist es wichtig, dies gleich am Anfang zu üben. Das erste Ziel ist es, dass du neben deinem Pferd auf Schulterhöhe stehen kannst, während dein Pferd geradeaus schaut. Hört sich leicht an, aber dein Pferd wird am Anfang erstmal versuchen, an deine Futtertasche zu kommen. Daher musst du nun die kleinen Momente, in denen dein Pferd nicht an dir herumsucht und sein Hals gerader wird, clicken und belohnen. Sollte dein Pferd zu aufdringlich sein, kannst du es am Anfang anbinden oder hinter einer Absperrung arbeiten.

 

Tipp:

Auch wenn das Prinzip Clickertraining zuerst sehr simpel klingt, gutes Clickertraining erfordert eine Menge an Wissen, Technik, Übung und Erfahrung. Wenn du ins Clickertraining einsteigen möchtest, ist es also sehr hilfreich, einen professionellen Trainer an der Seite zu haben, der dich bei deinen Anfängen unterstützt. Dadurch kannst du gleich am Anfang sicher gehen, dass sich keine Fehler einschleichen und verfestigen. Dein Aufwand, sich mit dem Clickern zu beschäftigen, wird sich aber auf jeden Fall lohnen, denn du wirst schnell die Erfolge und Veränderungen zum Positiven bei deinem Tier und in eurer Beziehung feststellen können.


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